| Die "doppelte Saskia" aus den Niederlanden |
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| Samstag, 20. September 2008 um 14:45 |
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Der Wirbel um das „Prestige-Markenheftchen“ aus den Niederlanden hält an (siehe Erstmeldung BMS 9/2006). Das deutsche Interesse an diesem ungewöhnlichen Sammelstück treibt die Preise nach oben. Es ist die Überraschung dieses Sommers und eine der meist diskutierten Ausgaben der letzten Jahre. Seitenweise befassen sich Internet-Foren (wie das auf www.bdph.de) mit dem holländischen Nachdruck der deutschen Rembrandt-Sondermarke, der durch Pressemitteilungen der Deutschen Post, später auch mit Zustimmung der TPG Post der Niederlande, zur „Vignette“ deklariert wurde. Interessant erscheint dabei eine Erläuterung von Peter Sorber, Marketing-Manager für den Konsumentenmarkt bei der TPG Post: „Liebe Philatelisten, in den vergangenen Wochen ist in der philatelistischen Welt Unruhe über das Prestige-Heftchen „Rembrandt 1606 – 2006“ entstanden. Was ist geschehen? Anlässlich der Feiern 400 Jahre Rembrandt van Rijn' hat TPG Post vor einigen Wochen eine. Anzahl philatelistischer Produkte auf den Markt gebracht, darunter 7,1 Mio. Briefmarken in Form eines Kleinbogens von zehn Marken und einen Kleinbogen (Block) mit einer Marke. Es Bestand auch der Wunsch, in einer kleinen Auflage (45000) ein Prestige-Heftchen herauszugeben, nicht nur mit dem Inhalt einer niederländischen Marke, sondern auch mit der Abbildung einer deutschen Marke mit dem Porträt von Saskia van Eulenburg. Um das Letzte möglich zu machen, ist zu Beginn des Jahres Kontakt mit dem deutschen Finanzministerium aufgenommen worden, der Instanz, die für die Herausgabe aller deutschen Marken verantwortlich ist. Sie (Berlin) haben auch Zustimmung gegeben für die Aufnahme einer Abbildung der deutschen Marke. In der vielen Korrespondenz und den Gesprächen hierüber mit dem Ministerium und weiter der Deutschen Post ist diese Zustimmung seitens der TPG Post ständig großzügiger interpretiert worden. Mit der bedauernswerten Folge, einen Auftrag an unsere Stammdruckerei Johan Enschede (erteilt zu haben), einen Nachdruck dieser Marke im Prestige-Heftchen aufzunehmen. Weil für das Letzte keine Zustimmung vom deutschen Finanzministerium gegeben worden ist, hat die Marke im Prestige-Heftchen keinen offiziellen Status und kann daher nur als Vignette bezeichnet werden. TPG Post bedauert diesen Vorgang sehr und hat beschlossen, den Verkauf des Prestige-Heftchens unmittelbar einzustellen. Bereits gekaufte Heftchen können - wenn gewünscht - bei den bekannten Verkaufsstellen umgetauscht werden.“ Eine wertvolle Kopie Es dürfte sich jedoch als schwerer Fehler erweisen, wollte jemand tatsächlich dieses Markenheftchen gegen Erstattung des Ausgabepreises von 9,95 Euro zurückgeben. Denn mittlerweile sind die Marktpreise bereits auf ein Mehrfaches der Anfangskurse gestiegen. Nach dem „Ausverkauf“ beim CollectClub der holländischen Sammlerstelle Anfang August verlangten die ersten Offerten Beträge um 30 Euro. In den folgenden Wochen festigten sich die Preise, vor allem wohl durch die Nachfrage seitens deutscher Händler, die ihren Kunden diese Spezialität liefern sollten oder wollten. Auch bei Internet-Auktionen von eBay zogen die Preise mit Dutzenden Heftchen und Geboten bis über 50 und 60 Euro. Im Markt waren bei Redaktionsschluss fast 70, vereinzelt sogar bis zu 100 Euro erreicht. So kurios es klingen mag: Damit ist die holländische „Vignette“ schon fast 100 mal so viel wert wie das offizielle, frankaturgültige deutsche „Original“. Der Verkaufsstopp in den NL hat das Interesse eher weiter geweckt, auch wenn die ursprünglichen Auflageschätzungen mit 25000 bis 30000 Stück etwas geringer lagen. In einer Abstimmung des BDPh-Forums waren übrigens nur rund 17 Prozent der Meinung, es handele sich um eine „Vignette“, etwa 30 Prozent betrachten es als eine „Fälschung zum Schaden der Post“, rund die Hälfte dagegen als „Briefmarke“. Zur Unterscheidung Wobei die Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, inwieweit der Nachdruck in der Praxis tatsächlich zu unterscheiden und zu behandeln ist. Es gibt Kommentare, nach denen die niederländische Post auch damit frankierte Sendungen weiterhin unbeanstandet befördern will. Mindestens ebenso interessant sind beanstandete Belege, bei denen (in Deutschland) Nachgebühr wegen Ungültigkeit der Vignette erhoben wurde - falls so etwas überhaupt vorkam. Es sollen bereits gestempelte Stücke existieren - wie sollte auch ein deutscher Postmitarbeiter den Unterschied feststellen? Hier die Merkmale der „Vignette“: Bei normalem Licht fallt höchstens ein rosigeres Gesicht der Saskia auf. Im schrägen Auflicht kann man den matteren Phosphorbalken erahnen, der in Winkelform links und unten am Rand erscheint (besser zu sehen untereiner Speziallampe für Phosphorstreifen, erhältlich im Fachgeschäft). Unter einer starken Lupe erkennt man, dass die holländische Version mit feinerem Raster gedruckt wurde. Manch einer lästerte schon, die Kopie sei in diesem Fall besser als das Original... Das Interesse seitens deutscher Sammler wird auch für die weitere preisliche Entwicklung entscheidend sein. Mancher Händler hat seine Angebote bereits ausdrücklich auf ein Exemplar pro Besteller limitiert. Bei Michel sah man sich inzwischen veranlasst, vor übertriebenen Preisen bis 700 Euro zu warnen. Eine Unternummer im Deutschland-Katalog will man für die „Vignette“ nicht vergeben, doch einen Hinweis als Fußnote wird Michel kaum vermeiden können. Letztlich handelt es sich um eine amtliche holländische Ausgabe, die als Markenheftchen und Heftchenblatt katalogisiert wird. Michael Burzan überarbeitet M. M. |
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