| Schillertheater vor 50 und 100 Jahren |
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| Samstag, 20. September 2008 um 14:52 |
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Eine neue Dauerserie prägte vor 50 Jahren das Ausgabeprogramm der Berliner Landespostdirektion. Nach und nach kamen die ergänzenden Wertstufen der Reihe „Berliner Stadtbilder“ an die Postschalter. „Berliner Bauten“ bestimmten bereits ab Frühjahr 1949 die Motive der gewöhnlichen Postwertzeichen aus dem westdeutschen Teil der früheren Hauptstadt (Mi.-Nr. 42-60, 112-113, 121-123).(BER01210) , (BER01211). Ab März 1956 gab es den ersten Wert zu 7 Pfennig aus der zweiten Serie „Berliner Stadtbilder“ (Mi.-Nr. 135). Die erste Dauermarke zu 70 Pfennig war am 23. Oktober 1954 erschienen, geziert mit dem Bild des Jagdschlosses Grunewald. Doch schon zwei Jahre später, am 5. Oktober 1956, folgte die Ablösung durch Mi.-Nr. 152 mit dem Bild des modernen Schillertheaters im gleichen Querformat, hergestellt allerdings im Stichtiefdruck statt zuvor im Buchdruck. Die beiden Ankündigungskartons Ak 29 und Ak 30 zeigen, dass man dieses Markenbild ursprünglich für Wertstufen zu 30 oder 40 Pfennig in Erwägung gezogen hatte, die aber später, im Jahr 1957, mit den Schlössern Pfaueninsel und Charlottenburg gestaltet wurden. (BER00081) (BER00747) Große Tradition Das renommierte Berliner Schillertheater im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, gelegen am Ernst-Reuter-Platz in der Bismarckstraße, konnte damals gerade das 50. Jubiläumsjahr seiner Errichtung feiern. 1906 wurde es nach Plänen des Münchener Theaterarchitekten Max Littmann erbaut. Die Eröffnung der Spielstätte für 1200 Zuschauer erfolgte am Neujahrstag des Jahres 1907, mit Friedrich Schillers Schauspiel „Die Räuber“. Als zweites Schauspielhaus nutzte es in den 1920er- und 1930er-Jahren das Preußische Staatstheater. Nach Umbau und Wiedereröffnung 1938 mit Schillers „Kabale und Liebe“ wurde der Schauspieler Heinrich George unter dem Pseudonym Heinrich Schmilz zum Intendanten. Das Theater wurde bei einem Luftangriff am 23. November 1943 zerstört, aber 1950 neu aufgebaut und am 6. September 1951 mit Schillers „Wilhelm Tell“ eröffnet. Seitdem erlebte es zahlreiche weitere (viel beachtete) Premieren und Erfolge. Mit ihrer Auflage von 14,25 Millionen Stück, gültig bis Ende 1964, verzeichnet Berlins Mi.-Nr. 52 keinesfalls die geringste Produktionsmenge dieser Dauerserie. So liegt der 3 DM-Höchstwert mit rund 2,4 Millionen weit darunter. Dennoch wurde die 70er postfrisch zum wertvollsten Wert des Satzes Mi.-Nr. 140-154. Mit ein Grund dafür dürfte die frühe Ablösung durch den Höchstwert der Heuss-Medaillons sein, der als Mi.-Nr. 186 vom 22. Mai 1959 registriert ist. Auch in gestempelter Erhaltung liegt Mi.-Nr. 152 mit 18 Euro fast auf dem Niveau des Spitzenwertes Mi.-Nr. 154 von 20 Euro. Für eine gebrauchte Dauermarke ein beachtlicher Kurs - aber für ein bestens gestempeltes und einwandfrei gezähntes Exemplar mit klar lesbarem Stempeldatum durchaus angemessen. Riffelung und Rollenform Dabei sind dies noch die günstigeren Wertansätze für die glatte Gummierung der Rückseite als Mi.-Nr. 152 w, die üblicherweise ab Mai 1958 vorkam. Mit den feinen rückseitigen Rillen, die noch bei den ersten Auflagen als „waagrechte Riffelung“ zur Stabilisierung der Bogen diente, ist Mi.-Nr. 152 v postfrisch wie gestempelt jeweils mit 40 Euro angesetzt. Wer diesen Kurs zugrunde legt, erkennt schnell, wie relativ preiswert das zugehörige Ersttagsblatt 15 mit aktuell 44 Euro zu haben ist. Die Auflage dieses ETB 15 wird mit 20000 Stück angegeben. Dagegen sind private Ersttagsbriefe mit Mi.-Nr. 152 gut zehn Mal so teuer, aber noch weitaus seltener zu finden. Senkrechte Paare notieren ** mit 90 (152 w) bzw. 110 (152 v) Euro; gestempelt mindestens 175 Euro. Sie lassen, ebenso wie die gefragten Viererblocks oder Bogenrandstücke, den Nachweis der Herkunft aus den üblichen Hunderter-Schalterbogen zu. Doch auch die Rollenmarken sind heute kleine Seltenheiten, auch wenn sie in der Regel Zähnungsprobleme aufweisen. Gestempelte Einzelmarken Mi.-Nr. 152 xvR mit rückseitiger Nummer sind heute mit 250 Michel-Euro sogar deutlich teurer als postfrische mit 160 Euro. Wer so vorausblickend war und einen Fünferstreifen in Rollenform für damals 3,50 Mark Postpreis aufbewahrt hat, kann sich heute über 480 Michel-Euro freuen. Und beim Elferstreifen wurden aus 7,70 Mark gar 1200 Euro!
Michael Burzan |
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