| Die ersten Jugendmarken der Bundesrepublik 1952 und 1956 |
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| Samstag, 20. September 2008 um 15:11 |
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Mit den Erlösen aus den Zuschlagsbeträgen von Jugendmarken sind in Deutschland schon zahlreiche förderungswürdige Projekte unterstützt und realisiert worden. Die ersten Sonderausgaben zu diesem Anlass kamen in den Jahren 1952 und 1956 an die Postschalter. Mit dem zweiten Bundesjugendplan der Bundesregierung wurde vor allem der Wiederaufbau und Ausbau des Netzes an Jugendherbergen gefördert. So stellen die Motive der Jugendmarken von 1952 diesen Verwendungszweck in den Mittelpunkt. Am 9. Oktober 1945 riefen Richard Schirrmann und Wilhelm Münker in ihrem „Nachrichtendienst Nr. l“ zur Wiederbelebung des Jugendherbergswerkes auf. Bereits unmittelbar nach Kriegsende wurden in vielen Städten und Gemeinden die verbliebenen Jugendherbergen gesichert, die Bauten in Eigeninitiative ausgebessert und wieder eingerichtet. 1948 trafen sich Vertreter der Landesverbände in den Westzonen, um die Neugründung eines Dachverbandes vorzubereiten. 1949 wurde auf der Burg Altena (Nordrhein-Westfalen) gleichzeitig mit der 40-Jahr-Feier der Organisation der Hauptverband des Deutschen Jugendherbergswerkes gegründet. Die Jugendmarken vom 17. September 1952 zeigen wandernde Jugendliche, streng getrennt nach Jungen (10+2 Pfennig, Mi.-Nr. 153) und nach Mädchen (20 + 3 Pfennig, Mi.-Nr. 154). (BUN00127) Die Entwürfe stammen vom Frankfurter Grafiker Max Bittroff, der 1949 bereits die ersten Sondermarken der Bundesrepublik, „Erster Bundestag“ Mi.-Nr. 111-112 (BUN00068) (BUN00069), und die UPU-Marke mit Heinrich von Stephan, Mi.-Nr. 116 (BUN00079) gestaltet hatte. Die Gravur für den Stichtiefdruck der Bundesdruckerei Berlin übernahm dann Johann Piwczyk. Die Auflage von 1,5 Millionen Sätze entsprach der Anzahl der vorangegangenen Zuschlagsmarken Mi.-Nr. 151 (BUN00122) vom 9. August 1952 zum Jubiläum „100 Jahre Germanisches Nationalmuseum“ in Wertstufe 10+5 Pfennig, die preislich ein ähnliches Niveau verbuchen kann. Häufiger und entsprechend günstiger findet man die portogleichen Werte der Wohlfahrtserie 1952 zu 10 + 5 bzw. 20 + 10 Pfennig, Mi.-Nr. 157-158. Im Markt- und Katalogwert haben sich die Jugendmarken Mi.-Nr. 153-154 postfrisch und gestempelt zwischen 1960 und 1980 besonders gut entwickelt, mit 14- bis 20-facher Steigerung. Seither ging es recht ruhig zu. Die heutigen Euro-Notierungen nach Michel liegen etwa 20 Prozent günstiger als zur Jahrtausendwende in DM-Zeiten. Recht gut gehalten hat sich die Erhaltung auf Ersttagsbriefen, die heute noch beim Fünffachen der Werte um 1970 stehen. Auch die üblichen Briefnotierungen können sich sehen lassen. Bei Mi.-Nr. 153 reichen sie nach Michel 2005/2006 von 40 Euro für Mischfrankaturen über Einzelverwendung für 50 Euro bis zur portogerechten Mehrfachfrankatur zu 90 Euro. Mi.-Nr. 154 liegt mit 45 und 50 bis 130 Euro noch ein Stück darüber. Mit Pfefferminz geriffelt Der rechnerische Zuschlagserlös der ersten Jugendmarken von 75000 Mark hat angesichts der vielfältigen Projekte des Bundesjugendplans sicher nicht lange gereicht. So wundert es kaum, dass schon wenige Jahre später diese Einnahmequelle erneut erschlossen wurde. Vor rund 50 Jahren, am 21. Juli 1956 erschien die zweite Sonderausgabe zu diesem Anlass. Diesmal wurden jeweils zwei Millionen Marken gedruckt - eine zu 7 + 3 Pfennig als Drucksachenporto, die andere zu 10 + 5 Pfennig für Postkarten. Das Design der Postwertzeichen von Michel und Kieser aus Offenbach (Main) im dreifarbigen Offsetverfahren wirkte für damalige Zeiten modern; bis heute verbreiten sie den Charme der 1950er Jahre. Die Riffelung der rückseitigen Gummierung, versuchsweise mit Pfefferminzaroma versehen, tritt bei Mi.-Nr. 232 als waagrechte, bei Mi.-Nr. 233 als senkrechte feine Rillen auf. In einem alten Spezialkatalog findet sich zudem ein Hinweis: (BUN00250) „Nr. 233 y ist gemeldet worden“. Gibt es die 10+5 Pfennig tatsächlich auch waagerecht geriffelt? Und kann das ein Leser dieser Rubrik anhand seiner Bestände bestätigen? Bei diesem Jugendsatz hat sich die gestempelte Erhaltung langfristig stärker entwickelt als die postfrische Version, die offenbar noch ausreichend als Bogenware erhalten blieb. An der Spitze der Wertentwicklung liegen wiederum die Ersttagsbelege mit heutigen 40 Euro. Eine exklusivere Erhaltungsform ist der Satz in Form einer Minister-Klappkarte mit verziertem Umschlag, einstmals nach Sauer-Katalog als Typ „I“ mit 390 Mark bewertet. Spezielle Beachtung verdienen wiederum die gelaufenen Belege, insbesondere mit Mi.-Nr. 232 (7+3 Pf). Drucksachen als Einzelfrankaturen werden aktuell mit 35 Euro angesetzt, gegenüber Mischfrankaturen zu 7,50 Euro. Für Mehrfachfrankaturen der Mi.-Nr. 232 gilt sogar ein Katalogwert von 100 Euro, wobei leicht überfrankierte Belege mit drei Marken zu Grunde gelegt sind (21 statt 20 Pfennig). Michael Burzan überarbeitet M. M |
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