Philatelie
Abarten bei Olympia PDF Drucken E-Mail
Samstag, 20. September 2008 um 15:35
Im Rahmen unserer kleinen Reihe über interessante Ausgaben zu Olympischen Spielen stehen diesmal die Druckspezialitäten im Blickpunkt. Bereits berichtet haben wir über die Spitzenpreise, die für die ungezähnten Blocks 5 und 6 des Deutschen Reiches zu den Sommerspielen in Berlin und Kiel 1936 erzielt werden. Doch auch unter den Blockausgaben der Bundesrepublik zählen einige Abarten zu den Top-Exemplaren. Der erste Olympia-Block zu den 20. Sommerspielen 1972 wurde bereits ab 4. Juni 1971 verkauft. Die Bildmotive sind jeweils in grobem schwarzem Punktraster eingedruckt. Dagegen wechseln die Farben bei den Beschriftungen und Wertangaben je nach Wertstufe. Der Ausgabeanlass „XX. Olympische Spiele München 1972“ ist bei den üblichen Stücken oben über der Perforation in grauer Farbe eingedruckt. Wenn diese Beschriftung fehlt, könnte es sich um eines der kaum bekannten Fehldruck-Exemplare Mi.-Nr. Block 6 F ohne Graudruck handeln. Doch Vorsicht, zahlreiche Manipulationen sind möglich - von chemisch / mechanisch entfernten Textzeilen bis zu ausgetauschten Blockrändern. Prüfung und ein gesundes Misstrauen sind hier angebracht. Aufgrund fehlender Marktpreise hat selbst der Michel-Spezialkatalog auf eine Bewertung verzichtet.

Doppeldrucke bis Vierfachdrucke verschiedener Farben in den Markenbildern kommen in unterschiedlicher Intensität vor. Auch hier ist eine Prüfung bei Bewertungen von jeweils 250 Euro ratsam. Bis wenige Millimeter versetzte Zähnungen sollte man dagegen nicht überschätzen; eine Katalogisierung ist hier nicht möglich. Eine der wenigen katalogisierten und besonders spektakulären Fehlzähnungen ist dagegen bei Block 7 bekannt. Das Panorama des Olympiageländes in München verteilt sich hier auf vier asymmetrisch angeordnete Markenausschnitte, drei im Querformat und ein Hochformat. Vereinzelt sind Exemplare entdeckt worden, bei denen die Zähnung versehentlich kopfstehend vorgenommen wurde! Nach Michel- Spezial als Block 7 K „nicht konform gehend mit eingedruckten Marken“ postfrisch wie gestempelt jeweils mit stolzen 5000 Euro bewertet! Mit je 130 Euro liegen dagegen Doppel- und Dreifachdrucke der schwarzen Druckpartien auf günstigem Niveau.

Die weitesten Preisspannen findet man allerdings bei den Abarten von Block 8. Das beginnt bei Doppeldrucken des Schwarz und Schwärzlichultramarin für 100 Euro. Mit 2000 Euro folgen die wohl einzigen Passerverschiebungen der Bundesrepublik, die es zum eigenen Michel-Katalogeintrag als Mi.-Nr. Bl. 8 I gebracht haben. Hier stehen die Farben Schwärzlichsmaragdgrün im Hintergrund der 30+10 Pfennig und das Hellkarminlila der Hautfarben aller Markenmotive jeweils um sieben Millimeter tiefer. Diese Stücke tauchen hin und wieder bei Auktionen auf und sind sogar auf illustrierten Ersttagsbriefen der Marke Fidaco bekannt. Denn Paul-Heinz Mädler, der FDC-Fabrikant, hatte damals gleich mehrere Exemplare in seinen Beständen entdeckt!

Extrem selten sind die Fehldrucke bei Block 8 mit mehreren fehlenden Farben

Noch weitaus seltener aufgetaucht sind die echten Fehldrucke. Bei Block 8 F I zu 4800 Euro fehlen eben jene Farben, die bei Block 8 I tiefer gerutscht sind. Block 8 F II mit ** 7500 Euro weist dagegen nur noch diese Farben auf. Dadurch sind bei drei Werten lediglich einige Körperpartien der Sportler zu erkennen, dazu bei der 30+10 Pfennig die Umrisse der Basketballer in grün. Ein ähnlich bemerkenswerter Fehldruck ist beim Olympiablock 12 vom April 1976 bekannt. Bei Bl. 12 F fehlen sämtliche Farben bis auf den gelben Hintergrund der linken Marke mit den Hockeyspielern. Eine Preisangabe war hier bisher nicht möglich. Doppelte Druckpartien des Schwarz werden mit 160 Euro registriert. Doch auch das Nachmessen des Blockformats kann sich lohnen. Überbreiten von. 115 x 70 statt 110 x 70 Millimeter bringen es nach Michel-Spezial derzeit auf 1500 Euro!


Michael Burzan
überarbeitet M. M.
 

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