| 130 Jahre UPU |
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| Samstag, 20. September 2008 um 17:34 |
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Ein Postverein von Dauer (UPU Weltpostverein)Am 7. Oktober 2004 jährt sich zum 130. Mal der Tag, an dem sich im Alten Ständehaus von Bern der Internationale Weltpostverein gegründet hat. Mit diesem völkerverbindenden, weltpolitischen Zusammenschluss aller maßgebenden Postanstalten der Erde wurde ein bis dahin unvorstellbarer, revolutionierender Aufschwung des gesamten globalen Nachrichtenwesens erreicht, dessen Ausmaß und Bedeutung seine Gründerväter vielleicht visionär erahnt, aber in seiner Realität gewiss nur mit großen Abstrichen angenommen haben. Die Gründung dieser weltumspannenden Vereinigung kam in einer Zeit zustande, als es durchaus nicht selbstverständlich war, zumindest zwei ihrer wesentlichsten Teilnehmer zusammenzuführen. Das waren die Postnationen Frankreich und Deutschland, die noch drei Jahre zuvor einen mörderischen Krieg gegeneinander geführt hatten. Die stolze „Grande Nation“ der Franzosen musste dabei eine der bittersten Niederlagen ihrer Geschichte hinnehmen, riesige Kriegskontributionen zahlen und zudem den Verlust der bedeutenden Departements Eisass und Lothringen beklagen. Da war die öffentliche Zustimmung zu einem Bündnis mit dem „verhassten“ deutschen Feind - auch im internationalen Rahmen – alles andere als selbstverständlich. Heinrich von Stephan - Initiator des Weltpostvereins. (BUN00079) Auch Dänemark hatte keinen Grund dafür, sich mit seinem Nachbarn Deutschland wohlwollend zu verbünden. Auch hier hatte man nicht vergessen, dass 1864 Preußen und Österreich (als führende Mächte des Deutschen Bundes) in einem Krieg dem kleinen Dänemark die wichtigen Provinzen Schleswig und Holstein entrissen hatten. Noch schwerer aber wog ein nur zwei Jahre später zwischen diesen einstigen Verbündeten geführter Krieg, in dem nun das früher dominierende Österreich gewaltsam aus dem Deutschen Bund hinausgeworfen wurde. Das Vormachtstreben des Königreichs Preußen in Mitteleuropa - unter Führung eines machtbesessenen Kanzlers Otto von Bismarck – hatte endlich am 18. Januar 1871 zur Gründung eines mit größter Machtfülle ausgestatteten Deutschen Reiches geführt. Mit ihm einher ging eine in gleichem Geiste und Tempo entstandene Deutsche Reichspost, die in diesem Sinne zielstrebig von dem versierten Postmann Heinrich Stephan aufgebaut worden war. Nun war es gerade dieser deutsche Reichspostmeister, der sich zielstrebig mit der Absicht in das internationale Postgeschehen bewegte, es zu internationalisieren. Das war ein Vorhaben, das den Regeln und Erfahrungen aller zuvor geschlossenen und umso schmerzlicher gescheiterten internationalen politischen Abkommen gleich welcher Art Hohn sprach! Dass es dennoch gelang, alle offenen Gegensätze der unterschiedlichsten Interessen und noch mehr die kaum überwindbaren egozentrischen Vorteilnahmen aller Postnationen im internationalen Postverkehr unter einen Hut zu bringen, glich einem Wunder. Das Geheimnis des Vertrages Inzwischen hat die vor 130 Jahren geschlossene Vereinigung von damals nur 22 Postnationen der Erde zur Vereinfachung, Verbilligung und Beschleunigung des internationalen Postaustauschs bei gegen seitigem Vorteil längst die letzte aller noch abseits stehenden Postanstalten in sich integriert. Sie hatte einen eisernen Bestand, selbst in Zeiten, als durch blutige Weltrevolutionen und verheerende Weltkriege neben den unzähligen anderen größeren und kleineren internationalen Zusammenstößen und Querelen das weltweite politische Gleichgewicht oft im Chaos zu zerbrechen drohte. Mehr noch: Alle politischen Erschütterungen im Leben der Menschheit sind nicht nur ohne Schaden an diesem Weltpostverein vorübergegangen - sie haben ihn offensichtlich sogar von Fall zu Fall weiter gestärkt. Das ist das Geheimnis dieser internationalen Vereinigung, verglichen mit allen anderen seit 130 Jahren geschlossenen internationalen Verträgen und Vereinbarungen, Sie schienen oft für die Ewigkeit geschlossen und waren doch in kurzer Zeit zur Makulatur geworden. Wie konnte also gerade dieser Verein die Jahrzehnte überdauern? Die Antwort auf diese Frage ist heute interessanter denn je. Sie wird zunächst gewiss in der generellen Absicht ihrer Mitglieder zu suchen sein, aus dem Verein eigenen ideellen und materiellen Nutzen zu ziehen, ohne dabei gleiche Interessen aller anderen Partner zu brüskieren. Sie wird gewiss auch von den Prinzipien einer fruchtbringenden Zusammenarbeit der Kulturvölker zur Lösung eines gemeinsamen gesellschaftlichen Auftrages bestimmt sein, der hier unter Hintansetzung aller anderen politischen und materiellen Interessen vordergründig nur der weltumspannenden Kommunikation dient. Sie wird nicht zuletzt auch von dem Gedanken einer friedlichen Verständigung zur Lösung anstehender gesellschaftlicher Probleme bestimmt gewesen sein, die hier endlich das Motto: „Verständigung ersetzt stets Kriegsgeschrei!“ walten ließen. Ganz bestimmt aber spielten beim Abschluss dieses Vertrages rein vernunftgetragene Überlegungen die alles entscheidende Rolle: Dieser Vertrag macht alle seine Teilnehmer zu Gewinnern, er übervorteilt keinen anderen, unterdrückt ihn nicht oder macht ihn gar abhängig. Mit diesem Weltpostvertrag konnten keinerlei politische und wirtschaftliche Vorteile errungen werden. Vielleicht aber sind die Gründe für das „Phänomen Weltpostverein“ auch in seiner Existenz selbst nebst ihrer langen Vorgeschichte zu suchen. Ein hervorragendes Kulturwerk In einer Würdigung des „25. Jahrestages der Begründung des Weltpostvereins“ im Beiheft zum Amtsblatt des Reichs-Postamtes „Archiv für Post und Telegraphie“ wird der 9. Oktober 1874 als ein wichtiger Abschnitt der Verkehrsgeschichte des 19. Jahrhunderts bezeichnet, als mit der Unterzeichnung des „Allgemeinen Postvereinsvertrages“ der Grund für die große völkereinende Verkehrsgesellschaft des Weltpostvereins gelegt wurde. Er wurde auf dem zweiten Weltpostkongress 1878 in Paris in „Weltpostverein“, französisch: „Union postale universelle (UPU)“ umbenannt. In diesem Beitrag heißt es dann: „Der Gedanke einer internationalen Postgemeinschaft ist vorbereitet worden dadurch, dass die im Laufe des Jahrhunderts entstandenen neuen Verkehrsmittel: Dampfschiff, Eisenbahn, Telegraph immer weitere Beziehungen von Land zu Land geknüpft haben. Ereignisse verschiedenster Art, vor allem die britische Portoreform von 1840 (Einführung von Postwertzeichen), die Begründung des deutsch-österreichischen Postvereins und die Pariser Postconferenz des Jahres 1863 haben zusammengewirkt, der Verwirklichung jenes Gedankens den Weg zu ebnen. Zur Tatsache wurde der Weltpostverein, als sich in dem ersten General-Postmeister des neuen Deutschen Reichs (Heinrich von Stephan) der Mann fand, der mit sicherem Blick das Bedürfnis der Zeit erkannte, und der es verstand, das von ihm geplante Werk einer einheitlichen Organisation des Postverkehrs von Land zu Land mit umsichtiger Tatkraft trotz aller Schwierigkeiten rasch zum Ziel zu führen“. Dafür gab es in Europa bereits ermutigende Beispiele einer fortschrittlicheren Postführung, die durchaus als Vorbild für eine Internationalisierung geeignet waren. Die britische Postreform von 1840 mit der Einführung des einheitlichen Penny-Portos im Inlandverkehr machte sehr bald in anderen Ländern Schule, ohne sich allerdings auf den internationalen Postverkehr auszuwirken. Das gleiche England hatte leider aus fiskalischen und souveränen Gründen neben dem vorzüglichen Inlandporto noch viele Jahre lang sein sehr hohes Auslandsporto aufrechterhalten und dabei in den anderen europäischen Staaten willige Nachahmer gefunden. Die Zerrissenheit der internationalen Postbeziehungen im 19. Jahrhundert wirkte sich besonders im innerdeutschen Verkehr mit seinen damals 17 selbstständigen souveränen Einrichtungen aus. Je kleiner und unbedeutender sie waren, umso eifersüchtiger wachten sie über ihre ungeschmälerte Eigenständigkeit. Hier tauchte dennoch mit der fortschreitenden ökonomischen Entwicklung seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland zuerst auch der Gedanke einer Gemeinsamkeit der Post auf, der in den deutsch-österreichischen Postverein von 1850 einmündete. Ein damit für alle Vereinsmitglieder gültiges, nach wenigen Entfernungssätzen abgestuftes Einheitsporto, aus dem sich zwangsweise eine immense Vereinfachung und Beschleunigung des Postlaufes mit großen messbaren Gewinnen ergaben, war überzeugend genug, um dieses Beispiel auf ganz Europa und darüber hinaus auszudehnen. Wenn damals nicht das alte Denken um den eigenen Vorteil auch hier die Köpfe vernebelt hätte... Eine Anregung aus Übersee Im Jahre 1862 unterbreitete die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika ihren europäischen Partnern den Vorschlag zur Einberufung einer internationalen Konferenz zur Verbesserung des Postverkehrs. Die trat dann auch ein Jahr später in Paris mit 17 Delegationen zusammen. Wie sich aus den schlechten Erfahrungen vorangegangener Veranstaltungen bereits andeutete: selbstverständlich wieder ergebnislos. Und doch sollte die Zusammenkunft auf dem Weg zur Internationalisierung der Post als wichtiger Meilenstein dienen. Die Verhandlungen waren langwierig und äußerst schwierig. Man einigte sich schließlich auf 31 Grundsätze, die fortan beim Abschluss von Postverträgen maßgebend sein sollten. An den Kernfragen der Zeit aber gingen sie meilenweit vorbei. Die schwierige Transitfrage wurde noch nicht gelöst; über ein einheitliches Briefporto sowie über die Art und Weise der Portoteilung wurde man sich ebenso nicht einig. Dennoch brachte dieser Kongress zumindest im Denken der Postoberen immer stärker die Erkenntnis zum Tragen, dass es im Interesse der weltweiten Entwicklung auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens nicht auf Dauer angängig war, dabei das internationale Postwesen außen vor zu lassen, hier also wie in Urväterzeiten weiter zu wursteln. Deshalb konnte eine vorausgegangene Erklärung der französischen Delegation bereits als Erfolg angesehen werden. Darin hieß es, man wolle hier keine in irgendeiner Form bindende Verpflichtung eingehen, sondern nur gewisse allgemeine Prinzipien diskutieren und proklamieren. Für die Gründung einer internationalen Postgemeinschaft mit einheitlicher Organisation war die Zeit eben noch nicht reif. Der Plan des Heinrich Stephan Das war die Lage der Dinge, die Heinrich Stephan vorfand, als er sich bereits in einer leitenden Funktion des Preußischen General-Postamtes in Berlin mit der Problematik des internationalen Postverkehrs beschäftigte. Er hatte als Geschichtsschreiber der Deutschen Post besser als irgendein Anderer die Bedeutung des deutsch-österreichischen Postvereins von 1850 als entscheidendes Mittel zur Überwindung der deutschen Postzerrissenheit erkannt, hatte nach dem Krieg Preußens mit Österreich 1866 persönlich die Liquidierung der Thurn und Taxis-Post als ein Hemmnis auf dem Wege zu einer ganzstaatlichen Deutschen Post geleitet und anschließend die Überleitung der norddeutschen Landes-Postverwaltungen in die einheitliche norddeutsche Bundespost betrieben. Dieser Mann erkannte auch, dass der internationale Postverkehr einheitlich organisiert und dabei viele veralterte Formen des Postbetriebes abgestreift werden müssten, wenn die Leistungen der Post in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Zeit kommen sollen. Zu diesem Zweck verfasste er 1868 eine öffentliche „Denkschrift, betreffend den allgemeinen Postcongreß“, die er nach seinem Amtsantritt als General-Postmeister des Deutschen Reichs 1870 veröffentlichte. Nach seiner Meinung war das „Terrain“ inzwischen so weit vorbereitet, um der Frage einer einheitlichen Gestaltung des Weltpost-Verkehrs näher treten zu können. Weil sich in zahlreichen Einzelverträgen zum Postaustausch über Ländergrenzen bereits gewisse Grundanschauungen zu einer engeren Verflechtung bemerkbar machten, schlug er schon 1870 die Einberufung eines allgemeinen (internationalen) Postkongresses vor. Er sollte - im wesentlichen Unterschied zu den Ergebnissen der Pariser Konferenz von 1863 - kein Programm theoretischer Thesen vorlegen, sondern praktische Schritte gehen, um „unter sämtlichen Teilnehmern wo möglich einen Vertrag zu Stande zu bringen, durch welchen auf postalischem Gebiet eine lebenskräftige Gemeinschaft geschaffen, die einzelnen internationalen Schranken nebst den daraus hervorgehenden Erschwernissen tunlichst hinweggeräumt, insbesondere aber die Motive entfernt würden, deren Bestehen bisher häufig zu Gegensätzen in den Interessen und Sonderstellungen geführt hatten“. Für den Fall, dass dieses Ziel nicht bei allen Kongressteilnehmern Zustimmung finden sollte, schlug Stephan vor, wenigstens zwischen jenen Teilnehmern eine engere Gemeinschaft zu gründen, die sich zu den angeführten Prinzipien bekennen würden. Die Erfahrungen aus der Gründung und Weiterentwicklung des deutsch-österreichischen Postvereins von 1850 würden zur Genüge die Durchführbarkeit des Vorschlages beweisen. Als wesentlichste Grundlagen nannte Stephan zwölf Punkte, unter denen diese drei entscheidend waren: * „Die am Vertrag teilnehmenden Länder bilden für den Briefverkehr ein einheitliches Postgebiet; innerhalb dieses Gebiets gelten einheitliche Portosätze für Briefe, sowie für Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere, mit der Maßgabe, dass für Seebeförderungen von mehr als 300 Seemeilen neben dem gewöhnlichen Porto ein Seeporto von sich stets gleich bleibender Höhe in Anwendung gebracht wird. * Jede Abrechnung über Porto und Gebühren kommt in Wegfall. Der Transit ist frei und unentgeltlich, doch sind der transitleistenden Verwaltung etwaige besondere Selbstkosten zu erstatten. * Die interne Gesetzgebung jedes Landes bleibt unberührt. Wo seit längerer Zeit engere Vereinigungen bestehen, können dieselben aufrechterhalten werden.“ Die Idee setzte sich durch In dem Maße, wie große Ideen mit zwingender Gewalt die Welt erobern, hat sich schließlich auch der Gedanke eines internationalen Postvereins durchgesetzt. Zunächst aber wurde die Verwirklichung des Stephanschen Plans durch den Ausbruch des Deutsch- Französischen Krieges von 1870/71 gegenstandslos. Sobald aber wieder friedliche Zeiten herrschten, nahm Stephan als autorisierter General-Postmeister des Deutschen Reiches seine Pläne wieder auf. Er blieb unermüdlich darum bemüht, seine Ideen durch schriftliche und mündliche Überzeugungsarbeit populär zu machen. Zahlreiche internationale Postverträge seit Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts entsprachen deshalb immer mehr den Anregungen ihres Initiators. Dabei sollte sich ein zwischen Deutschland und Frankreich am 14. Februar 1872 geschlossener Vertrag als besonders fruchtbar und beispielgebend erweisen. Hier verstand sich Frankreich zum ersten Mal dazu bereit, fiskalische Forderungen vor den Bedürfnissen des internationalen Verkehrs und den Interessen der Allgemeinheit zurücktreten zu lassen.Als dann am 15. September 1874 endlich der Allgemeine Postkongress in Bern zusammentreten konnte, nachdem er noch im Jahr zuvor aus „äußeren“ Gründen vertragt werden musste, war der Bann gebrochen. Immerhin ließen sich diese „äußeren Gründe“ mit den nationalen Befindlichkeiten Frankreichs erklären, wo die öffentliche Meinung nach der als Schmach empfundenen Niederlage gegen den „Erbfeind“ zu aller letzt dazu bereit war, auch hier eine überlegene Vorreiterrolle Deutschlands in einer weltumspannenden, wichtigen Organisation so ohne weiteres anzuerkennen. Hier sollte sich Stephans staatsmännische Kunst der Zurückhaltung im Interesse eines begehrten Zieles als nützlich und überzeugend erweisen. Der geistige Vater trat um der Sache willen selbstlos von der ihm zustehenden Führungsposition zurück und überließ dafür einem streng neutralen und unvoreingenommenen Schweizer Postmann den Vorsitz des Kongresses. Selbstverständlich wirkte dabei die überzeugende Agitation Stephans bei der Beseitigung einzelner Probleme aus dem Hintergrund. Allein schon die Wahl des Versammlungsortes Bern, an Stelle des eigentlich dafür berufenen Berlins, und die Wahl der französischen Sprache als offizielle Weltpostsprache waren gegenüber Frankreich überzeugende Gesten der Verständigungsbereitschaft. So konnten die komplizierten Verhandlungen bereits nach dreieinhalbwöchiger Dauer erfolgreich abgeschlossen werden. Frankreich trat der Vereinigung am l. Januar 1876 bei. Dem völkerverbindenden, vorwärts weisenden Wirken des dann umbenannten „Internationalen Weltpostvereins“ waren damit keine weiteren Grenzen gesetzt. Umfang und Wirksamkeit Was sich nun alles unter diesem Begriff des Weltpostvereins verbirgt und regelt, welche Bedeutung und Wirksamkeit er generell für die Menschheit besitzt und damit in des Wortes vollster Bedeutung überhaupt wert ist, lässt sich nicht besser als im „Lexikon der Philatelie“ von Wolfram Grallert, Phil Creativ GmbH Verlag & Agentur, D- 41366 Schwalmtal, zusammengefasst nachlesen. Hier heißt es unter dem Begriff „Weltpostverein“ (WPV): Offizielle Bezeichnung des Weltpostvereins: Union Postale Universelle (UPU, französisch). Internationale Organisation des Postwesens zur Regelung des grenzüberschreitenden Postverkehrs in dem durch den Weltpostverein gebildeten einheitlichen Postgebiet. Hauptaufgaben: 1. einheitliche Regelung des internationalen Postverkehrs und Erleichterung des internationalen Postaustauschs durch Postvertrag mit Nebenabkommen; 2. Förderung der postalischen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliederstaaten; 3. Festlegung der Gebühren im grenzüberschreitenden Postverkehr (einschließlich Transitgebühren); 4. Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliederländern. Organe des Weltpostvereins: Im allgemeinen alle fünf Jahre zusammentretender Weltpostkongress (Oberstes Organ), in dem jeder Mitgliedstaat gleichberechtigt vertreten ist; Vollzugsrat; Konsultativrat für Poststudien; Verwaltungskonferenzen; Internationales Büro des Weltpostvereins als ständige Verwaltungsstelle mit Sitz in Bern/Schweiz. Mitglieder des Weltpostvereins sind alle Unterzeichnerstaaten der Verfassung und der anderen obligatorischen Urkunden des Weltpostvereins. Mitglieder der Vereinten Nationen erwerben Mitgliedschaft durch Beitrittserklärung, alle anderen souveränen Staaten erwerben Mitgliedschaft, wenn mindestens zwei Drittel der Mitgliedsstaaten dem Antrag zustimmen. Der Weltpostverein wurde am 9.10.1874 auf Initiative des damaligen deutschen General-Postmeisters Heinrich von Stephan als allgemeiner Postverein ins Leben gerufen (22 Gründungsstaaten), gleichzeitig erfolgte der Abschluss des Allgemeinen Postvereinsvertrages. 1878 wurde der Allgemeine Postvereinsvertrag in Weltpostvertrag umbenannt. Neben diesem Hauptvertrag bestehen noch mehrere internationale Übereinkommen (Nebenabkommen), die den internationalen Verkehr einzelner Zweige des Postdienstes regeln. Der Weltpostverein ist seit 1947 Spezialorganisation der Vereinten Nationen. Fritz Steinwasser überarbeitet M. M |
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