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Zum Gedenken an Hindenburg 1934

Nicht immer erscheinen Briefmarken zu freudigen Anlässen und Jubiläen. Einige Emissionen wurden der Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten gewidmet - bereits kurz nachdem sie die Welt verlassen hatten. (DER00153) Paul von Beneckendorff und von Hindenburg zählte zu den bedeutendsten deutschen Politikern der Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Beginn des Dritten Reichs. Als Held der „Schlacht von Tannenberg“ 1914 und als Reichs-Präsident ab 1925 wurde er schon zu Lebzeiten zur Legende, auf zahlreichen Dauermarken und Ganzsachen porträtiert. Als Paul von Hindenburg am 2. August 1934 mit 86 Jahren starb, sollte er eine rasche philatelistische Ehrung erhalten. Sechs gängige Werte in Zeichnung der laufenden Dauerserie wurden in Eile von neuen Platten mit einem schwarzen „Trauerrand“ versehen. Schon ab 4. September 1934 kam der Satz der „Hindenburg-Trauermarken“ in Umlauf. Trotz wohl recht nennenswerter Auflagezahlen blieb nur ein geringer Bruchteil postfrisch erhalten. Wesentlich häufiger wurden die Marken mit rückseitigen Falzen ins Album geklebt, doch die meisten wurden postalisch verbraucht.

So entwickelten sich die späteren Preise für Sammlerstücke entsprechend unterschiedlich. Auch in den letzten zwei Jahrzehnten gab es in den Katalogwerten noch einige Bewegung. Selbst die kleinen Wertstufen konnten sich postfrisch noch überdurchschnittlich steigern, gestempelt etwa verdoppeln, während sich Falzware kaum verändert präsentiert. Noch ein Feld für eigene Entdeckungen sind die Randdrucke und Breite / Positionen der „Trauerränder“ – selbst der Michel-Spezialkatalog ist hier noch nicht „komplett“...

Gefestigte Ankaufkurse

Der postfrische Satz zum Hindenburg-Gedenken 1934 erscheint immer wieder in Ankaufgesuchen von Großhandels- und Versandfirmen, aber auch bei kleineren Zwischenhändlern. Sein Preisniveau hat inzwischen einen Platz unter den „Top 10“ der besten Sonderausgaben jener Zeit gebracht. Vor 20 Jahren, als viele andere Sorten ihren Höchststand verzeichneten, brachte es der Satz DR 548-553 nach Michel gerade mal auf 155 Mark, netto zwischen 40 und 50 Mark. Dann kam Bewegung auf: bis in die frühen 90er Jahre steigerten sich die Kaufgebote en gros bis auf knapp 100 Mark und zogen bis Ende der 90er über die Schwelle von 100 DM. Die Ankaufbasis hatte sich nun um 110 Mark für einwandfreie postfrische Sätze eingependelt. Nach diesem Zwischenhoch bis ins Jahr 2000 gaben die Kurse in 2001und 2002 jeweils um etwa zehn Prozent nach. Parallel erfolgte die Katalogumstellung mit einem Abschlag von 350 Mark auf 150 Euro. Inzwischen wurden die Mindestgebote der Profi-Händler von 45 auf 50 Euro erhöht. Das könnte einen neuen Nachfrageschub signalisieren...

Preise nach Qualität

Ein kompletter Standardsatz mit zwei geprüften Werten erzielte Ende des Jahres 2000 in postfrischer Prachterhaltung 110 Mark zuzüglich gut 30 Prozent Aufgeld. Der Katalogwert betrug damals 350 „Michelmark“. Ein postfrischer kompletter Satz der 3 bis 25 Pfennig, jeweils aus den unteren Bogenecken getrennt, wurde im Herbst 2002 von 50 auf 90 Euro getrieben. Macht mit Aufgeld rund drei Viertel des Katalogwertes für Normalstücke, was immer noch als preiswert zu betrachten ist. Ein postfrischer Luxus-Viererblocksatz aus den Bogenecken oben links kam bei einer Versteigerung für 580 Euro zum Angebot. Ein postfrischer Unterrandviererblock der 12 Pfennig in Kabinettqualität mit Hausauftragsnummer war im Mai 2002 für 70 Euro im Auktionsangebot zu finden. Ein waagerechter postfrischer Dreierstreifen des Höchstwerts zu 25 Pfennig blieb - bei Katalogwert von 390 Euro - mit günstigen 70 Euro Ausruf wohl deshalb liegen, weil einige verkürzte Zahnspitzen nicht zu übersehen waren.

Der Wert zu fünf Pfennig in der Abart „oben ungezähnt“ wurde im Juni 2002 mit Fotobefund Schlegel BPP für 240 Euro offeriert. Das postfrische Oberrandstück mit Reihenwertzahl „3,50“ wies lediglich im Rand einen Falzrest auf, somit war ein Katalogwert von 1000 Euro anzusetzen. Auf dem Markt befindet sich auch ein Bogenteil dieser Abart, bei dem die Gummierung fehlt - Vorsicht daher vor möglichen Neugummierungen! Ohne Erfolg angeboten wurde Ende 2000 eine starke Verzähnung der 8 Pfennig, die oben die volle Breite des Trauerrandes aufwies. Sie sollte als maschinengestempeltes Bedarfsstück aus Berlin vom 2. Februar 1934 mindestens einen Hundertmarkschein bringen, blieb aber ohne Resonanz. Wer sich einen postfrischen Satz Mi.-Nr. 548-553 zulegen will, sollte sehr genau darauf achten, dass es sich um fehlerfreie Marken mit voller Originalgummierung und Qualitätsangabe ** handelt! Vorsicht ist geboten, denn die große Preisdifferenz zu den wesentlich häufigeren gefalzten Serien - hat hier einen wuchernden Markt mit entfalzten und neu gummierten Stücken entstehen lassen. Auch „Zähnungskorrekturen“ kommen häufiger vor. Bei Offerten unterhalb der aktuellen Ankaufpreise um 50 Euro muss man wohl von nennenswerten Qualitätsmängeln ausgehen...

 

Michael Burzan
überarbeitet M. M.